Endlich Schluss mit dem Rauchen!

Aufhören mit Methode. Wir zeigen, was Rauchern den Ausstieg erleichtert

Mit dem Rauchen aufhören, das schaffen nur die wenigsten. Heißt es immer. Doch die Statistik sagt etwas anderes. Im Tabakatlas 2009 des Deutschen Krebsforschungszentrums ist sogar von einer „Trendwende“ die Rede: Von den über 25-Jährigen rauchen immer weniger. Auch in der Gruppe der 12- bis 17-Jährigen beobachten die Forscher einen Rückgang der Raucherzahlen.

Der Hälfte der Raucher gelingt es im Laufe ihres Lebens, damit aufzuhören. Wer dabei nicht nur auf Willenskraft baut, sondern sich zusätzliche Unterstützung sucht, hat mehr Aussicht auf Erfolg.

Bei Diabetes lohnt es sich doppelt

Für Diabetiker ist Rauchen besonders ungünstig: Zum einen steigt dadurch das ohnehin erhöhte Risiko für Herz- und Kreislaufprobleme. Zum anderen senkt Rauchen die Insulinempfindlichkeit, was die Blutzuckerwerte erhöhen kann.
Nach dem Aufhören nehmen viele Ex-Raucher zu. Das kann einen Typ-2-Diabetes verschlechtern. Daher ist es wichtig, mit einer kalorienbewussten, fettarmen Ernährung und regelmäßiger Bewegung gegenzusteuern. Raucher, die Insulin spritzen, brauchen nach dem Aufhören oft eine geringere Dosis, weil ihre Haut besser durchblutet wird und das Insulin schneller wirkt. Sie sollten deshalb ihre Blutzuckerwerte häufiger kontrollieren.

 

Die wichtigsten Methoden, die beim Rauch-Ausstieg helfen:

Nikotinersatz
Entzugssymptome wie Nervosität, Konzentrationsschwäche oder Schlafstörungen machen den Verzicht aufs Rauchen in der ersten Zeit besonders schwer. Dann können Nikotinpflaster, -kaugummis, -tabletten oder -Inhaler helfen. Bevor Sie Nikotinersatzmittel anwenden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er hilft auch bei der Wahl der richtigen Dosis.
„Für starke Raucher eignen sich Pflaster am besten“, sagt Professor Anil Batra, Leiter des Arbeitskreises Raucherentwöhnung an der Universitätsklinik Tübingen. Das Pflaster sorgt für einen konstanten Nikotinspiegel im Blut. Wer nur gelegentlich raucht, profitiert mehr von Kaugummi, Tabletten oder Inhaler. Die Nikotindosis wird über etwa acht Wochen hinweg allmählich reduziert. Bezahlen müssen Raucher die Therapie selbst.
Kosten für drei Monate: 200 bis 300 Euro
Erfolgsquote: 10 bis 15 Prozent

Medikamente
Rezeptpflichtige Tabletten mit den Wirkstoffen Bupropion oder Vareniclin beeinflussen ähnlich wie Nikotin die Freisetzung bestimmter Botenstoffe im Gehirn. Beide Medikamente können Nebenwirkungen haben. Deshalb sollte die Behandlung immer unter ärztlicher Kontrolle stattfinden. Die Krankenkassen bezahlen nicht dafür.
Kosten für drei Monate: ca. 260 bis 350 Euro
Erfolgsquote nach Herstellerangaben: etwa 20 Prozent

Verhaltenstherapie
Wer jahrelang raucht, ist meist auch psychisch tabakabhängig. Er braucht die Zigarette nach dem Essen, gegen Stress oder in Gesellschaft, um sich wohlzufühlen. Ein Raucherentwöhnungsprogramm hilft, solche Verhaltensmuster zu erkennen. Die Teilnehmer legen einen Termin für den Rauchstopp fest und trainieren, wie sie kritische Situationen ohne Glimmstängel durchstehen und sich gegen Rückfälle wappnen. Außerdem wird besprochen, wie man sein Gewicht beibehält.
Anerkannte Entwöhnungsprogramme bieten Fachkliniken, Krankenkassen, Volkshochschulen, aber auch niedergelassene Ärzte und Psychologen an – als Gruppentherapie über sechs bis zehn Wochen. Auf Nachfrage gibt es von vielen Kassen einen Zuschuss zu den Gebühren. Wer sich in der Gruppe schwertut, kann es mit einer Einzeltherapie oder mit einem Online-Entwöhnprogramm probieren.
Kosten für Gruppenkurse: ca. 200 Euro pro Person
Erfolgsquote: etwa 25 Prozent
Die höchste Erfolgsquote, nämlich bis zu 35 Prozent, hat die Kombination einer Verhaltenstherapie mit Nikotinersatzmitteln bzw. Medikamenten.

Hypnose
Wie bei der Verhaltenstherapie geht es bei der Hypnose darum, die psychische Abhängigkeit vom Rauchen zu überwinden. Für viele Menschen ist der Griff zur Zigarette im Unterbewusstsein mit bestimmten Situationen verbunden. Diese Verknüpfung versucht der Therapeut zu lösen, indem er das Rauchen mit unangenehmen Vorstellungen zusammenbringt oder suggeriert, dass es vollkommen unwichtig ist. „Kurzfristig kann eine Hypnosebehandlung erfolgreich sein“, sagt Anil Batra. „Sie liefert aber keine konkrete Hilfe für Situationen, in denen die Versuchung zu rauchen sehr groß ist.“ Die Kassen bezahlen die Behandlung nicht.
Kosten: ca. 250 Euro (meist genügt eine Einzelsitzung)
Erfolgsquote: Wirksamkeit nicht ausreichend belegt

Akupunktur
Feine Nadeln in den „Suchtpunkten“ am Ohr sollen beruhigend wirken und Entzugssymptome dämpfen. Tatsächlich kann der Ausstieg mittels Akupunktur für kurze Zeit gelingen. Aber auch hier fehlen Strategien, die in kritischen Situationen einen Rückfall vermeiden helfen – weshalb manche Akupunkteure eine gleichzeitige Verhaltenstherapie empfehlen. Für die Akupunktur kommen die Kassen nicht auf.
Kosten: 200 bis 300 Euro (für vier bis sechs Sitzungen)
Erfolgsquote: kein langfristiger Erfolg nachgewiesen

 

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